Infothek: Kostenfreier Feuerball am Firmament

Unsere fossilen Ressourcen sind endlich und werden knapper. Der durch die vollständige Industrialisierung − etwa in Brasilien, Indien oder China − in Zukunft drastisch weiter steigende Energiebedarf lässt sich auf Dauer nicht mehr durch Öl, Kohle oder Gas decken. Andererseits dienen diese Rohstoffe als wichtige Ausgangsbasis für zahllose Industrieprodukte und sind deshalb viel zu wertvoll, um sie im großen Maßstab zu Lasten von Mensch und Natur für unsere Energiebereitstellung zu verschleudern.

Das Verbrennen fossiler Ressourcen als Bedingung und Schrittmacher der globalen Industrialisierung setzt enorme Mengen an Treibhausgasen frei: So forciert der ab 1850 atmosphärisch erhöhte CO₂-Gehalt einen schleichenden Klimawandel mit unabsehbaren Folgen für kommende Generationen. Anstatt immer neue Kohlekraftwerke mit langen Laufzeiten zu bauen oder die letzten Reserven an Öl und Gas aus der Erde zu pressen, gilt es, die Energiewende konsequent umzusetzen. Inzwischen liefert die Photovoltaik mehr als 6 Prozent unseres Strombedarfs. Jede Anlage, die installiert wird, lässt den PV-Anteil zur Bereitstellung von Energie hierzulande etwas weiter zunehmen − und produziert jahrzehntelang preisgünstig Strom.

Dezentrale Energieversorgungsysteme für Nordhessen

Gemessen an irdischen Verhältnissen stellt uns der Feuerball am Firmament kostenfrei unendlich viel Energie zur Verfügung. Bei rund 16 Millionen Grad Hitze und unter ungeheuerem Druck wird in seinem Inneren Wasserstoff in Helium umgewandelt. Die per Kernfusion kontinuierlich freigesetzte Energie strahlt der Glutofen mit Lichtgeschwindigkeit ins Sonnensystem ab. Obschon uns davon nur ein winziger Bruchteil erreicht, übertrifft das Angebot an einem einzigen Tag den globalen Jahresenergiebedarf spielend um ein Vielfaches. Der Feuerball liefert uns so mehr Energie als wir je verbrauchen können.

Die nutzbare Globalstrahlung kombiniert die direkte Sonneneinstrahlung und die ebenso wertvolle diffuse Strahlung. Letztere bricht sich an Wolken, aber auch an Staubpartikeln. Die jährlich bei uns am Boden auftreffenden Energiemengen erfassen spezielle Messgeräte punktuell. Mit Hilfe mathematischer Verfahren lassen sich die Daten auf Flächen beziehungsweise für Regionen hochrechnen. Die Jahresbilanz für die Globalstrahlung liegt in Mitteleuropa bei 900 bis 1200 kWh je m². Für Kassel ergeben sich ungefähr 975 kWh pro Jahr und m². Diese Energiemenge reicht vollkommen aus, um eine handwerksgerecht installierte Solaranlage effizient zu betreiben.

Mit direkt genutztem Strom mehr Demokratie wagen

Dezentrale Energiesysteme ermöglichen im Gegensatz zu Großkraftwerken die Produktion von Wärme und Strom durch kleine Anlagen in unmittelbarer Nähe des Verbrauchers. Zu den dezentralen Systemen zählen Photovoltaik, Windkraft oder Solarthermie. Nur lokal erzeugter Sonnenstrom minimiert die Verluste bei der Transformation auf andere Spannungsebenen und lässt die Übertragungsverluste im Hochspannungsnetz entfallen. Außerdem bedeutet ein einseitiger Netzausbau mit neuen Stromautobahnen einen zusätzlichen, nicht unerheblichen Mehraufwand.

Verknüpft mit einem intelligenten Energiemanagement kann bereits heute ein dezentraler Energiemix die gewohnte Versorgungssicherheit gewährleisten. Mittlerweile haben sich mehr als 1,53 Millionen Haushalte, Unternehmen und Institutionen für die Nutzung der Photovoltaik entschieden und beschleunigen damit die Dezentralisierung und Demokratisierung unserer Stromversorgung. Nicht zuletzt muss Energie, die vor Ort kostengünstig gewonnen und genutzt wird, nicht transportiert werden. Dies entlastet unsere Netze und verringert auch den Bedarf an neuen Überlandleitungen.

Kostenloser Feuerball am Firmament
Die Photovoltaik stellt die einfachste Form dar, Strom nachhaltig, ganz ohne bewegte Teile, Lärm oder sonstige für uns schädliche Emissionen zu erzeugen.

 

Herausforderung Klimawandel

Infografik: Treibhauseffekt
Der durch die Industrialisierung ausgelöste Treibhauseffekt führt zu einem Klimawandel, der die menschliche Existenzgrundlage auf Dauer weltweit gefährdet.